In der Kathedrale von Pamplona

In der Kathedrale Santa Maria la Real de Pamplona endete unsere 3. Etappe auf dem Jakobsweg. (Larrasoana – Pamplona, 17 km)

Die heutige gotische Kirche mit ihrem romanischen Vorgängerbau will uns heutzutage die Werte unserer westlichen Zivilisation vermitteln und im Zentrum der Dauerausstellung steht die Sorge um unsere westliche Kultur.

“Der Westen ist weder eine Zivilisation noch eine Geografie. Er ist ein mentales Territorium, das ein Horizont von Menschlichkeit, welches auf Freiheit, Solidarität und Würde basiert, voraussetzt.” (Übersetzung der Grundidee der Dauerausstellung in der Kathedrale von Pamplona)

“Wir befinden uns auf einem Scheideweg und dieser ist das größte Problem unserer Gegenwart. Wir befinden uns in der Zeit der immensen epochalen Veränderung. Die größte Gefahr unserer Welt ist der Relativismus. Heutzutage entsteht eine Gegenwart, die nicht auf den Werten der westlichen Zivilisation basiert. Die Menschheit kann die Zukunft gut meistern, wenn sie gewisse Werte weiterhin pflegt: die Wahrheit, die Schönheit, die Freiheit und das Wohl.

Unsere Moderne des Relativismus ist eine rosa Welt, künstlich, ohne Geheimnisse, ohne jede Tiefe. In dieser Moderne wurde das Tragische des menschlichen Lebens und die Berufung der Menschheit zur Schönheit und Brüderlichkeit an die Stille verschenkt und sogar negiert.” (ebd. freie Übersetzung)

Nun haben wir genug Zeit, unsere Gedanken schweifen zu lassen und sich auf unsere Werte zu besinnen. Pilgern kann sehr schön sein, wenn man an sich selbst arbeitet, wenn man an sich selbst zweifelt. Ein schöner Nachmittag in Pamplona gestaltet sich nicht von selbst allein. Wir müssen uns ausruhen, wir sollten mehr lesen, damit wir endlich ein Buch auf dem Weg liegen lassen können. Die acht mitgebrachten Bücher sind selbstverständlich eine große Bereicherung für uns, aber nun auch eine große Last. Morgen warten auf uns 42 km. Unser Ziel ist ein hoffentlich wunderschönes Hotelzimmer: La casa mágica, das magische Haus, heißt unsere Herberge, das vegetarische Speisen anbietet. Schön ist der Weg nach Santiago! Schön ist es, das Leben außerhalb der rosa Plastikwelt leben zu dürfen.

2 Kommentare

  1. Das ist ein sehr interessanter Artikel mit eindrucksvollen Bildern. Ein langer Lauf bringt Klarheit, und das besonders auf einem derart schönen Weg, wie dem Jacobsweg. Ich will auch schon seit längerem den Jakobsweg gehen, bisher hat es aber leider nur für Etappen in Deutschland gereicht. Ich wünsche weiterhin eine schöne und aufschlussreiche Pilgerreise.

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