Was dir zum Glück fehlt

Diesen Link hast du nicht zufällig angeklickt. Es interessiert dich nämlich, was für ein Rezept ich für dein Leben bereit halte. Ja, ich habe eine Lösung für dich. Du wirst dich wundern.

Aber zuerst zu deiner Situation; zu deinem nicht ganz glücklichen Leben, das sich vom Tag zu Tag verschlimmert. Ja, du fühlst dich ziemlich abgekämpft und hast öfter schlechte Laune. Du bist abends immer müde und denkst an deine Arbeit, die dich nicht so ganz befriedigen will. Rückenprobleme hast du schon länger und die grippalen Infekte quälen dich immer wieder. Dir fehlt das Geld für mehr Spaß, für mehr Urlaub und für andere kleine Freuden. Zeit hast du auch nicht besonders viel und dadurch auch ziemlich wenige Freunde, mit denen du spontan etwas unternehmen könntest. Die ganz große Liebe fehlt dir vermutlich auch. Das Essen, das du kochst, schmeckt immer gleich und klar, für die Restaurantbesuche hast du keine Zeit, kein Geld und Lust hast du auch keine darauf.bildBlog Vielleicht passt nicht alles auf dich, was ich hier schreibe, aber wetten, dass du dich erkannt hast? Lies einfach weiter. Ich zeige dir, wo es lang geht. Das große Problem ist, dass du zu den vielen unglücklichen Autobesitzern gehörst. Also, lass uns gemeinsam die Sache angehen. Beginnen wir mit Geld. Die Anschaffung war nicht ganz billig. Momentan sind es so um die 12.000 Euro, vorausgesetzt, dass du dich nicht übernommen hast und nicht einen teureren Schlitten besitzt. Die Benzinkosten sind im Moment nicht so dramatisch, aber du schaust jeden Tag mit Angst auf die aktuellen Preise und du weißt, dass es so gut nicht weiter laufen kann. Überleg mal kurz, was für einen tollen Urlaub du für das Geld, das du für den billigen Sprit bereits jetzt ausgibst, machen könntest. Bereits jetzt denkst du fast jeden Abend darüber nach, was du dir im Moment leisten kannst, denn du weißt, dass der Januar kommt. Und dann, mein Lieber, wird die Autoversicherung dein Konto schon schön belasten. Und nicht vergessen die Steuern, die ebenfalls bald fällig sind. Ah ja, der TÜV, oh je, oh je, ob das wohl dieses Mal gut geht? Und bereits jetzt musst du für dein neues Auto sparen, wenn du dich nicht wieder verschulden möchtest. Ehrlich gesagt, ich wollte in deiner Haut nicht stecken. Du gibst so viel Geld für eine völlig unnötige Rumfahrerei aus und dazu grübelst du stundenlang darüber nach, wie du das alles finanzieren kannst. (Über kleine und große Reparaturen, Parkplatzgebühren und Strafzettel unterhalten wir uns dann lieber persönlich.)

Weiß du was? Du fährst natürlich von deiner Haustür schön gemütlich direkt zur Arbeit. Achtung Falle! Im Winter musst du die Scheiben zuerst vom Schnee befreien. Du frierst, ärgerst dich, dass nicht alles so glatt läuft, wie du dir das erträumt hast. Dann brauchst du eine geschätzte halbe Stunde zur Arbeit. Die Ampel ist rot, der Stau ist da und die nervigen Verkehrsteilnehmer. Du bist noch frisch, aber diese Fahrt belastet bereits deinen Körper und deine Psyche. Du kommst ziemlich gereizt und angespannt in der Arbeit an. Bewegung, die deinem physischen und psychischen Zustand helfen würde, hattest du noch keine. Da wundere ich mich nicht, dass du deinen Arbeitstag so mies anfangen musst. Ich finde eigentlich deinen Job ganz interessant; nun; es ist klar, dass der Arbeitstag für dich so anstrengend ist; eine Hölle muss es sein. Also den Job brauchst du nicht wechseln. Versuche es doch einmal zu Fuß, oder mit der Bahn. Den Unterschied wirst du dann merken. Nach der Arbeit fährst du dann mit deinem Auto wieder heim. Es wiederholt sich nun alles. Endlich zu Hause. Dort bleibst du auch meistens, weil dir für ein wiederholtes Ausgehen die Kraft fehlt. Ohne dein Auto gehst du eh nirgends hin und zu Fuß bist du es nicht gewohnt. Also bleibst du lieber zu Hause; meistens vor dem Fernseher; voila.

Vielleicht ist es dir nie aufgefallen, aber dein Essen, das dir nicht schmeckt auf dein Auto zurückzuführen ist. Du kaufst meistens bei billigen Supermarktketten ein. Für die Bioläden, für den Markt, für die Feinschmeckerläden in der Innenstadt musst du erstmals einen Parkplatz suchen, dann diesen Parkplatz auch bezahlen. Dafür hast du aber keine Zeit, kein Geld und keine Geduld mehr. Also fährst du zum LIDL und Co. und du kaufst dir die minderwertigeren Produkte – die Massenware, die man extra für die Autofahrer im Sortiment hat. Und da du als Autofahrer meistens einen Großeinkauf machst, lagerst du diesen billigen Fraß tagelang in deinem überdimensionalen Kühlschrank und tötest damit auch die restlichen Vitamine im Gemüse und Obst ab. Praktisch gesehen, isst du die ganze Zeit nicht besonders frische Sachen.

Damit  sind wir beim Thema Gesundheit, Ernährung und Bewegung angelangt. Du bewegst dich zu wenig, du ernährst dich mit minderwertigen und dazu noch alten Sachen und stehst stundenlang während der Autofahrten und der Arbeitszeit unter Stress. Entschuldige, aber da wäre jeder oft erkältet, grippal angeschlagen und orthopädisch ziemlich am Arsch. Die Abgase, die du jeden Tag mit deinem Auto in die Luft bläst, belasten deine Atemwege und sind höchst krebserregend. Das Problem ist nur; sie schaden nicht nur dir, sondern auch deiner Familie und sie schaden auch mir und den anderen Menschen, die für eine saubere; für eine andere und bessere Welt kämpfen. Unsere Städte sind auch wegen dir so hässlich, laut und kaum einladend zum Verweilen.

Um deine Bildung steht es auch miserabel. Bildung ist teuer, braucht Zeit und Lebensenergie. Das alles fehlt dir jedoch. Viele Menschen bilden sich bereits am frühen Morgen und am späten Nachmittag in der Bahn und lesen etwas. Das ist nicht zu unterschätzen. Eine Stunde in der Bahn und eine gute Lektüre sind eine nicht einzuholende Bildungsgrundlage, die dir ganz fremd ist. Bücher kaufst du dir auch selten, nehme ich an. Neue Sachen probierst du nur selten aus, weil du dich wahrscheinlich bewegen müsstest, oder weil, ach was, du hast schlicht keine Zeit, kein Geld und keine Lust.

Dein Freundeskreis und die Liebe sind auch nicht gerade deine Stärken. Du unternimmst zu wenig mit deinen Freunden. Laufen bist du nicht gewohnt, neue Sachen zu entdecken auch nicht. Dein Wortschatz ist miserabel und dein Weltblick durch die Vorderscheibe deines Autos verengt. Du kennst die Düfte des Frühlings nur durch diese Scheibe, du hörst die Natur ebenso nur durch diese. Du bist unglücklich und sehnst dich nach einem lebenswerten und fröhlichen Leben, aber hast bist jetzt deinen Weg nicht gefunden. Du kannst deinen Weg nicht finden, weil du so wenige Wege gehst. Du fährst und fährst und fährst direkt in dein Grab.

3 Kommentare

  1. Übertreibung macht anschaulich! Wahrscheinlich fühlt sich niemand angesprochen. Zum Glück habe ich mein Auto weggegeben. Puh, Glück gehabt.

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  2. Toll geschrieben! 🙂
    Ich habe zwar selbst ein Auto, erledige aber so viel wie möglich zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Deshalb kann ich gemütlich in den guten Läden in der Innenstadt einkaufen, habe genug Bewegung und meist treffe ich noch Leute. Kann deinen Ansatz also nur unterstützen!

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