Wolf-Dieter Storl: Ich bin ein Teil des Waldes

„Zwischen den Mais-Soja-Wüsten sieht man hier und da die verlassenen, eingefallenen Häuser und Scheunen der einstigen Familienfarmen – das heißt, wenn sie schon nicht planiert waren, um den Monstermaschinen freien Manövrierraum zu lassen. Die einst blühenden kleinen Ortschaften – die ich noch aus meiner Jugend kannte – verwandeln sich in Geisterstädte. Wo einst Gaststätten, Geschäfte, Werkstätte, Läden und Kinos gediehen, bleiben nur noch grell beleuchtete Tankstellen und Fast-Food-Restaurants. Konzerne haben die Macht an sich gerissen. Sie beherrschen zunehmend die Politik, die Medien, die Erziehung. Die Bevölkerung, abgelenkt und UNTEN GEHALTEN durch endlose Unterhaltung, scheint diesen neuzeitlichen Feudalismus kaum wahrzunehmen. In Europa ist diese Entwicklung noch nicht so weit fortgeschritten, aber wir sind auf dem besten Weg dorthin.

Das Heim, in dem die Oma – im Rollstuhl, aber geistig fit – nun wohnt, gehört zu einer Pflegekette, ein Milliardenunternehmen mit Niederlassungen in mehreren Bundesstaaten. Er ist ein gewinnorientierter Konzern, wie etwa MacDonalds oder Wal-Markt, der sich auf MASSENHALTUNG VON ALTEN spezialisiert hat. Statt Rinder, Hühner oder Schweine, eben alte Menschen.“

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