Die letzte Novemberrose

Die letzte Rose von meinem Balkon lebt noch ein qualitativ miserables Leben in der Vase auf meinem Wohnzimmertisch.
Ich verschenkte sie in Gedanken in einem Land, in dem im November keine Rosen mehr wachsen können. Weiß ist jenes Land an diesen Tagen. Ich widmete sie einer Frau, die es wagt, ein anderes Leben zu leben als die meisten von uns. bildBlogViele sagen, sie sei verrückt, weil sie sich an Kleinigkeiten erfreuen kann; weil sie liebt, ohne die Gegenliebe zu erwarten. Sie lacht, ohne sich Gedanken zu machen, was die anderen denken. Sie sucht ihren Weg noch, aber sie sucht richtig, denn sie beachtet die Konventionen nicht. Sie lacht. Sie braucht nicht viel, weil sie lebt. Ich bewundere ihren Mut und ihr Anderssein. Angesichts ihrer Stärke bin ich nur ein Feigling.
Ich schaue mir die Rose noch an; solange sie lebt. Ich habe noch Zeit, anders zu leben beginnen. Sie hat die Zeit und die Rose hat sie kaum.

 

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