Endlich frei

„Wir haben Berge von überflüssigem Bedarf angehäuft. Ständig müssen wir kaufen, wegwerfen, kaufen… Es ist unser Leben, das wir verschwenden. Denn wenn wir etwas kaufen, bezahlen wir nicht mit Geld. Wir bezahlen mit unserer Lebenszeit, die wir aufwenden mussten, um dieses Geld zu verdienen. Der Unterschied ist: Leben lässt sich nicht kaufen. Es vergeht einfach. Und es ist schrecklich, dein Leben zu verschwenden, indem du deine Freiheit verlierst.“, sagte der uruguayische Blumenzüchter und 2010 – 2015 Präsident seines Landes José Mujica. Seine Gedanken lebte er uns auch vor. Er führte ein bescheidenes Leben auf seinem Bauernhof weiter, obwohl er sich mit seinem Gehalt viel mehr hätte leisten können. Er spendete 85 % seines Gehaltes für wohltätige Zwecke. Der überflüssige Besitz belastet den Menschen, anstatt ihm zu dienen, war seine Lebenseinstellung.
bildBlog„Um zu leben, braucht man Freiheit. Und um Freiheit zu haben, braucht man Zeit. Wenn ich mich um ein großes Haus kümmern muss, um dieses und jenes, dann bleibt mir doch keine Zeit mehr. Ich bevorzuge, so viel Zeit wie möglich zu haben, um das zu tun, was mir gefällt. Und das ist die Freiheit. Ich lebe so schlicht, um Zeit zu haben.“

„Ich war Teil einer Jugend, die die Welt verändern wollte. Aber wir haben nichts verändert und die Welt drehte sich weiter. Mit der Zeit lernte ich, dass die Welt sich in Stufen verändert, aber nur sehr langsam. Und dass das menschliche Leben viel kürzer ist.“

Ich bin sehr froh darüber, dass ich mich einer Bewegung anschloss, die die Welt verändern will. Ich entschleunigte mein Leben, in dem ich mich von den meisten Elektrogeräten, die ich besaß, befreite. Ich entmüllte meine Wohnung und befreite meinen Kopf von überflüssigen Konsumgedanken. Ich versuche viel Gemüse und Obst anzubauen und pflanzte Bäume. Mein jetziges Projekt ist, plastikfreier zu leben. Es macht mich optimistisch zu lesen, dass es viele Menschen gibt, die sich Gedanken darüber machen, dass ein einfacheres, vom Konsum abgewandtes Leben mehr Glück und Zufriedenheit bringt, als ein ständiges Jagen nach Geld, nach Karriere, nach neuen Gegenständen für die Wohnung, die einem das Leben zubauen, entreißen und zumüllen. Ich bin jedoch auch ziemlich pessimistisch, was die wirklichen Veränderungen angeht. Jetzt vor Weihnachten sieht man so viele junge Menschen mit mindestens drei Papiertüten von Primark auf den Straßen und die einst bärtigen 68er sieht man leider viel zu oft hinter dem Steuer eines Verkehrsmittels, das nicht zeitgemäß ist. Viele, oder fast alle meine Freunde sind faul dazu, ihren Atom- und Kohlestrom endlich auf erneuerbare Energiequellen umzustellen, obwohl es höchstens 30 Minuten braucht. Oder sie behaupten, es sei teurer, ohne genau nachzuschauen.

Wir können diese Gesellschaft verändern, wir können unsere Klimaziele erfüllen und sogar übertreffen, wenn wir alle sofort damit beginnen, uns zu verändern. Diese Art der Veränderung wäre nämlich die wahre Entwicklung und der Fortschritt im Leben. Natürlich ist auch die Politik gefragt, diese nötigen Veränderungen mutiger anzugehen. Aber toben und schimpfen auf die Politik bringt nicht viel, wenn man selbst weiterhin vor dem Fernsehen irgendwelche plastikverpackten Fertigprodukte verzehrt, dabei sich von fossilem Strom die Bude hell macht und sieben Tage in der Woche aus Ignoranz und Bequemlichkeit Auto fährt. Und wenn man nur ans Kaufen und Kaufen denkt. Nein, dann bringt es wirklich nichts.

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